Streuobstpreis des Landes Baden-Württemberg geht an zwei Bewerber aus dem Streuobstparadies

Am 31. Januar 2016 verlieh Minister Bonde erstmals den Streuobstpreis des Landes Baden-Württemberg. Die Fachwarte des Obst- und Gartenbauvereins Bissingen an der Teck und die Obst- und Gartenbauvereine Mössingen und Belsen konnten sich gegen 58 Bewerber durchsetzen.

Entlang der Schwäbischen Alb und des Schönbuchtraufs liegt die größte Streuobstlandschaft Mitteleuropas. 1,5 Millionen Obstbäume prägen die Landschaft, sind Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten und Herkunft etwa 3.000 verschiedener Obstsorten. Baden-Württemberg  beherbergt damit einen außergewöhnlichen Naturraum und trägt für diesen eine wichtige Verantwortung.

 Die Baumschnitt-Förderung der Landesregierung honoriert seit dem letzten Jahr den unermüdlichen Einsatz zahlreicher Menschen, ob privat oder organisiert in Vereinen und Initiativen. Auch der erstmals von der Landesregierung ausgerufene Streuobstpreis  stand ganz unter dem Motto der Baumpflege. Unter 58 Bewerbungen von Priovatpersonen, Vereinen, Kommunen, Initiativen, Schulen und Kindergärten wählte eine Fachjury drei Preisträger aus. Bewertet wurde die konzeptionelle Umsetzung des Baumschnitts, die Kompetenz in der Pflege und die Verwertung des Schnittguts.

 Erfreulich für den Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V. ist, dass zwei Preisträger aus dem Vereinsgebiet stammen. Am Samstag, den 30. Januar 2016 verlieh Minister Bonde an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg den mit insgesamt  € 3.000 dotierten ersten Streuobstpreis des Landes Baden-Württembergs an drei Preisträger.

„Wir wollen das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern auszeichnen, die sich vorbildlich und langfristig für die Bewahrung und die Pflege der Streuobstbäume einsetzen. Die ausgewählten Preisträgerinnen und Preisträger zeigen einen beispielhaften Einsatz für die Bewahrung der Streuobstwiesen in unserem Land. Ihre Motivation und Arbeit verdient unsere höchste Anerkennung“, lobte Bonde die Bewerber in seiner Laudatio.

Die Obst- und Gartenbauvereine Mössingen und Belsen (Landkreis Tübingen) überzeugten die Jury mit ihrem Pflegekonzept, der Öffentlichkeitsarbeit und dem großen Bildungsangebot in Baumpflege und Veredelung. Die lebendige Kooperation von Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen im „Netzwerk Streuobst“ machen den Streuobstbau rund um die Stadt am Früchtetrauf nicht nur erlebnisreich und lebendig, sondern sichern nachhaltig große Streuobstbestände. Die Freude bei der angereisten Delegation der beiden Obst- und Gartenbauvereine war groß und Thorsten Teichert (OGV Belsen) und Hans G. Wener (OGV Mössingen) verrieten, dass die Zusammenarbeit der zwei Vereine nicht immer reibungslos sei und manchmal ein Akt der Völkerverständigung. Dass diese sich lohnt, zeigt nicht zuletzt die Preisverleihung.

Die Fachwarte des Obst- und Gartenbauvereins Bissingen an der Teck (Landkreis Esslingen) überzeugten mit der hohen fachlichen Kompetenz in Baumschnitt und Baumpflege. Über lange Jahre setzen sich die Fachwarte mit viel Geschick für die Streuobstbestände unterhalb der Burg Teck ein, die nahezu vollständig in Schutzgebieten liegen ein. Der Vorsitzende Rudolf Thaler bedankte sich - auch im Namen seiner Fachwarte - für die hohe Auszeichnung. Die Fachwarte für Obst und Garten, sowie die LOGL-geprüften Obstbaumpfleger erfüllen die mit der Gemeinde entwickelten Pflegeverträge für die gemeindeeigenen Obstbäume am Teckhang. Seine Motivation fasste Rudolf Thaler mit den Worten zusammen: "Der Mensch braucht den Baum und der Baum braucht den Menschen". Das Preisgeld soll in ein besonderes Projekt fließen, auf dessen Umsetzung man gespannt sein darf.

 Der dritte Preisträger stammt aus dem Landkreis Schwäbisch Hall, hier konnte der NABU Kirchberg in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis regionaler Streuobstbau Hohenlohe-Franken die Jury überzeugen.

Die Geschäftsstelle und alle Mitglieder gratulieren den beiden Preisträgern ganz herzlich und danken Ihnen für ihr überdurchschnittliches Engagement. Streuobstwiesen sind von Menschenhand entstanden und auf Menschenhand angewiesen. Wir sind dankbar und stolz, dass wir so viele tolle Mitglieder haben, die den wichtigsten Beitrag zum Erhalt der Landschaft mit der Hand am Arm und mit Begeisterung und Herzblut leisten.